Fail

Das Thema „Bahngleise“ will ich nochmal aufnehmen. In diesem Fall, genau genommen, das Thema „Bahnübergang“. Heute las ich von einem Typen, der seinen Wagen auf einem Bahnübergang abgestellt hatte um pinkeln zu gehen. Den Typen gibt es noch. Seinen Wagen nicht mehr.
Erst dachte ich: Wie kann man so blöd sein. Dann dachte ich: Wer weiß… Und jetzt denke ich: Halt besser die Klappe.
Aber wer hält sich schon an seine eigenen Ratschläge?
Ich habe heute einen Bahnübergang mit dem Auto gequert. Und wie es so meine Art ist, bin ich langsam rüber gefahren. Noch ein bisschen rechts und links geguckt. Und dann rüber. Alles gut. Alles im grünen Bereich. Ich bin ja vorsichtig.
Keine Minute später, ich war inzwischen abgebogen und fuhr nun parallel zur Trasse, sah ich einen Zug und dachte: „Wow! Die Schranken gehen am Übergang aber spät runter.“
Weitere 10 Sekunden später tauchte bei mir die bis jetzt unbeantwortete Frage auf: Waren da überhaupt Schranken? War das ein unbeschrankter Bahnübergang? Ich weiss es nicht. Es war ja auch alles im grünen Bereich.
Der Punkt ist: Um zu wissen, ob dort Schranken waren oder nicht, müsste ich nochmal hinfahren. Mich würde das schon interessieren. Aber es würde die Sache nicht besser machen.
Ich glaube, ich bin nicht der einzige Mensch, der es nur deshalb geschafft hat, das 40. Lebensjahr und noch mehr zu erreichen, weil er hin und wieder einfach mal Glück gehabt hat. Weil das Schicksal eben nicht permanent hinter einem Baum lauert um sofort zuschlagen zu können, sobald ich mit den Gedanken oder dem Blick oder beidem gerade nicht bei der Sache bin – auch wenn ich das anstrebe und mich auch so sehe.
Und manchmal ist es auch einfach nur Glück, wenn man überhaupt mitbekommt, dass man gerade Glück hatte. Vermutlich. Ich weiß es nicht.