Es gibt kein schlechtes Wetter…

Nach monatelanger Abstinenz habe ich mich endlich mal wieder für eine Tour in die Lüneburger Heide in den Sattel gewuchtet. Da ich dort einen „Termin“ hatte, ließ sich die Fahrt weder vorziehen noch aufschieben, obwohl die Wettervorhersage nicht die beste war.
Also saß ich um 8 auf dem Rad und bin erstmal in Ruhe Richtung Innenstadt gerollt. Das war verdammt früh für mich, stellte sich aber als idealer Zeitpunkt heraus. Die Innenstadt war ziemlich leergefegt. Kaum Autos. Kaum Fußgänger. Wenig Lärm.
Dann ging es weiter an den Deichtorhallen vorbei Richtung Kaltehofe und von dort nach Vierlande. Auf der ehemaligen Bahnstrecke weiter zur Fähre Zollenspieker.
Mit dem Überqueren der Elbe änderte sich dann schließlich nicht nur das Bundesland sondern auch das Wetter. Hatte der Himmel bisher lediglich ein deutliches Regenpotential zur Schau gestellt, wurde es jetzt langsam feucht. Erst nur ein paar Nieselschauer. Aber dann eine stabile Bewässerung.
Letztere war fürs Radeln besser als die gelegentlichen Niederschläge. Bei Schauern bin ich ständig mit der Frage befasst, ob ich den Regenschutz schon nehmen soll bzw. ob ich den Regenschutz schon abnehmen kann. Wenns schön durchregnet ist die Sache klar.
So richtig hat der Regen auf der Tour auch nicht mehr aufgehört. Erst am Bahnhof in Lüneburg zeigte sich die Sonne wieder.
Im Nachhinein muss ich sagen: Es war eine gute Entscheidung, die Entscheidung für oder gegen das Radeln nicht vom Wetter abhängig zu machen. Das will ich in Zukunft häufiger so handhaben. Die meisten Wochenendaktivitäten lassen sich ja eigentlich bei jedem Wetter durchziehen. An den passenden Klamotten fehlt es mir auch nicht.
Dafür erspare ich mir aber die 1-2 Stunden am Morgen, an denen ich mit einem Kaffee in der Hand aus dem Fenster glotze und darüber sinniere, ob das Wetter nun gut genug für eine Tour ist oder nicht.
Und was noch viel wichtiger ist: Ich brauche mich dann auch nicht mehr von Gewissensbissen plagen lassen, wenn ich einfach nicht vom Sofa runter will, obwohl die Sonne scheint und das Wetter geradezu zu einem Outdoorevent auffordert.